Ruhrpodcast – Wasserball in Zeiten von Corona

Im Gespräch mit Christian Vollmert, Wasserball-Trainer vom DSV 98 in Duisburg

Gemäß der Internetseite seines Heimatvereins DSV 98, ist „Christian Vollmert den meisten Wasserballern Deutschlands ein Begriff. Nahezu alle unserer Herrenspieler haben einmal in den diversen NRW-Kadern und Nationalmannschaften mit ihm zusammengearbeitet und schätzen seine Fähigkeiten immens.“ Das ist ja erst einmal eine Ansage.

Warum Wasserball?

Aber wie kommt man dazu Wasserballtrainer zu werden? Was fasziniert an diesem Sport? Einem Sport mithin, der gerade in Duisburg so eine große und erfolgreiche Geschichte zeitigte und dennoch meist unter dem Radar hindurch flog. Liegt es an der Anzahl aktiver Sportler in diesem Bereich? Selbst Christian Vollmert konnte nur Mutmaßungen darüber anstellen, wie viele Wasserballer es im Ruhrgebiet gibt.

Foto: Christian Vollmer in unserem Podcast-Studio.

Landessportbund NRW

Doch es gibt offizielle Zahlen zum Sport im Bundesland. So präsentiert sich der Landessportbund NRW e.V. als die größte Personenvereinigung in Nordrhein-Westfalen. Über seine 126 Mitgliedsorganisationen sind rund 18.100 Sportvereine mit ihm verbunden, die insgesamt über fünf Millionen Mitglieder zählen. In diesen rund 18.100 Sportvereinen sind rund 500.000 Menschen ehrenamtlich engagiert. Davon sind in etwa 154.000 Mitglieder auf Vorstandsebene, 163.800 im Trainings- und Wettkampfbetrieb sowie 31.200 als Kassenprüfer tätig. „Ohne Ehrenamt geht in den Sportvereinen gar nichts“, ist sich Vollmert, den man auch nur „Coach“ nennt, sicher.

Zahlreiche Auszeichnungen

Christian Vollmert sammelte mit seinen Mannschaften für den DSV 98 besonders in den 1990er Jahren zahlreiche Erfolge. So war er zum Beispiel in den Jahren von 1990 bis 1996 am Gewinn von neun Deutschen Jugendmeisterschaften beteiligt und dass der ASC Duisburg in 2013 die Meisterschaft in der Bundesliga gewinnen konnte, daran hat auch Vollmert seinen Anteil.

Hobby oder Profisport

Doch wie sehr man regional und national auch auf der Siegerstraße sein mag, fehlende internationale Spitzenleistungen lassen in Deutschland immer wieder die Frage aufkommen, ob Wasserball noch als Leistungssport betrieben werden kann oder nur noch als Breitensport. Wer im Wasserball Profispieler werden möchte, muss nach Berlin oder Hannover gehen, um seinen finanziellen Unterhalt durch Wasserball zu verdienen. Oder er wagt direkt den Schritt ins Ausland, nach Ungarn zum Beispiel.

„Die NRW-Kaderschmiede ist in Duisburg“, ist sich Vollmert sicher und führt weiter aus, „aber wenn Duisburg weiterhin diese Rolle spielen will, muss etwas passieren. Wir brauchen neue Schwimmanlagen und müssen den Sport wieder attraktiv für den Nachwuchs machen.“

Weitere Info:
www.dsv98.de