Ruhrpodcast – Püngel und Prütt in Mülheim

Im Gespräch mit Jana Weyers, Mitbegründerin des ersten Unverpackt-Ladens in Mülheim.

„Dat kann man falten und dann nächstes Jahr noch ma’ an Weihnachten benutzen“ – was Omma früher schon wusste: Nachhaltigkeit und Recycling ist wichtig! Komplett unverpackt geht’s allerdings bald in Mülheim an der Ruhr zu. Sorry, Oma!

Ariane, Jana und Lara (v.l.n.r.) in ihrem (zu dem Zeitpunkt noch leeren) Ladenlokal.
(Foto: Püngel & Prütt)

Lara Weyers, Ariane Gerke und Jana Weyers haben große Pläne: Sie eröffnen in Kürze den ersten Unverpackt-Laden in der Mülheimer City. Jana Weyers ist im Ruhrpodcast zu Gast. Sie erzählt den Hosts Frank und Annika, wie es gemeinsam mit Schwester Lara und WG-Mitbewohnerin Ariane zur Idee ihres Unverpackt-Ladens kam. In ihrem Geschäft kann die Kundschaft dann demnächst plastikfrei und ohne Verpackung lose Waren und ökologische Gebrauchsartikel für den nachhaltigen Alltag einkaufen. Auch ein Low-Waste-Café soll am Geschäft angebunden sein. Hier wird dann künftig zum Beispiel der Kaffee in Tassen aus recyceltem „Prütt“ ausgeschenkt. Und so setzt sich auch der Name des Ladens zusammen: „Püngel und Prütt“ soll er heißen. „Püngel“ steht für die vielen Lebensmittel und Waren, die es zu kaufen geben wird. „Prütt“ für das Café, das ganz unter dem Motto Low-Waste – also „wenig Müll“ – Kaffeespezialitäten anbieten wird. Ein Name, der auch die Verbundenheit zum Ruhrgebiet widerspiegelt.

Darüber hinaus gibt Jana den Zuhörern dieser Episode einige Tipps, wie man auch ohne Unverpackt-Laden in der Nähe, nachhaltiger, unverpackt und plastikfrei einkaufen kann: Zum Beispiel die eigenen Stoffbeutel zum Einkauf mitzunehmen oder beim Obst und Gemüse zum Mehrwegstoffbeutel anstatt zur Plastiktüte zu greifen. Auch solle man bei Hülsenfrüchten zum Beispiel viel eher auf die rohe und ungekochte Ware zurückgreifen, da diese einen geringeren Transportweg und somit einen besseren ökologischen Fußabdruck habe.

Deutschlandweit gibt es bereits über 100 Unverpackt-Läden und es werden immer mehr. Im Ruhrgebiet unter anderem in Duisburg, in Essen, Bochum und Moers, Bottrop, Dortmund, Witten etc. Und sie alle sind untereinander dank Unverpackt-Verband gut vernetzt und tauschen sich zu Produkten und Möglichkeiten aus. In Konkurrenz stehe man aber nicht, sagt Jana, da man gemeinsam etwas bewegen wolle.

Wir sind gespannt, wie es weitergeht und wünschen den Dreien viel Erfolg!

Weitere Infos: www.puengel-pruett.de

Anmerkung: Auf der Homepage stand – wie in der Episode erwähnt – tatsächlich, dass pro Kopf jährlich 38,5 t Plastikmüll in Deutschland entstehen. Es sind natürlich nur 38,5 kg – das wurde entsprechend angepasst.

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