Ruhrpodcast – Medizin und Limerick

Im Gespräch mit Hubertus Janssen, Internist und Autor aus Datteln

Was treibt einen Internisten dazu immer wieder Fünfzeiler und weitere Reimkost darzureichen? In dem Hörbuch „Kohle, Kappes, Koniferen“, welches Hubertus Janssen mit WAZ-Kulturredakteur Jens Dirksen herausgab, sind erste Hinweise zu finden. In Geschichten und Gedichten wird das Urgemüse des Ruhrgebiets mit all seinen Licht- und Schattengewächsen präsentiert. Die gesamte Flora und Fauna des Ruhrpotts, des Rheinlandes und Westfalens, Europas und vom Rest der angrenzenden Welt steht Janssen bei, wenn es darum geht, Kohle von Kappes zu trennen. Fragt sich, was es mit den Koniferen auf sich hat.

Hubertus Janssen und Jens Dirksen bei einer Lesung. (Quelle: Youtube-Kanal Bücher vonne Ruhr Verlag Henselowsky Boschmann)

Wie kommt ein niedergelassener Arzt auf Zeilen wie: „Mein Schwein hat Borderline“, „Die Wildsau in Breslau“ oder schlicht auf den „Labrador im Schlaflabor“?

Ärzte in der Deutschen Literatur gibt es einige: Arthur Schnitzler, Alfred Döblin, Uwe Tellkamp, Gottfried Benn, um nur einige zu nennen. Der uns allen bekannte Marcel Reich-Ranicki sagte einmal, Literaten und Mediziner seien „Fachleute für menschliche Leiden“. So gesehen ist der Spagat also nicht groß.

Friedrich Schiller war ausgebildeter Regimentsmedikus, John Keats Wundarzt, Georg Büchner promovierter Anatom. Heinrich Hoffmann, der Vater des „Struwwelpeter“, leitete als Chefarzt die Frankfurter Irrenanstalt, Anton Tschechow meinte, „die Medizin ist meine gesetzliche Ehefrau, die Literatur meine Geliebte“.

Und dann gibt es auch noch die, die Medizin studierten, sich aber noch vor dem Examen ganz der Literatur verschrieben: Louis Aragon, Bertold Brecht, André Breton, Henrik Ibsen, Stanislaw Lem, Hermann Löns und August Strindberg, um auch hier nur einige zu nennen.

Zur Verwertung von Hubertus Janssen für den Ruhrpodcast freigegeben:

2020 Schotten dicht 

Zwanzig alte Mottenkugeln
tummeln sich in der Kajüte,
wo sie vierzig Motten doubeln,
Schotten dichten, staubig jubeln,
grinsend aus der Mottentüte.

Weitere Info:

http://vonneruhr.de/jd_hub.html