Ruhrpodcast – Befreiungsschlag Ruhrgebiet

Im Gespräch mit Fratz Thum, Punkunternehmer und Zugezogener

Fratz A. Thum, geboren 1967 in einem kleinen katholischen Kaff in Bayern bekam 1980 die erste Platte der Band „Hass“ in die Finger und danach war nichts mehr wie vorher. Bereits Mitte der 80er Jahre begann er Konzerte zu organisieren und Platten zu tauschen. 1986 zog er mit seiner Plattenkiste von Gig zu Gig und gründete mit Hulk ConnAction den Vorgänger von Hulk Räckorz.

1988 traf er auf Axel Kurth, die beiden verstanden sich gut und Fratz begann, Touren für Axels Band WIZO zu buchen und brachte die erste Veröffentlichung auf dem neu gegründeten Label Hulk Räckorz raus (der Rest ist Geschichte).

Fratz vor der Kamera – Zepp dahinter.

Über die Jahre folgten viele weitere WIZO-Veröffentlichungen und Touren in Deutschland, Ungarn, Japan, Frankreich, England, Amerika, Canada. Von 1994 bis 1996 spielte Fratz Bass bei der Regensburger Band Use To Abuse, die seinen Lebensweg immer mal wieder kreuzt und auch mehrere Platten auf Hulk Räckorz rausbringt. Bereits 1996 holte er sich die Domain www.punk.de wo man WIZO Merch bestellen konnte. 2005 organisierte Fratz die WIZO-Abschiedstour. Danach gings aus Bayern in den Ruhrpott, genauer gesagt nach Gladbeck. In diesem Jahr gab er ein kurzes Intermezzo bei Rasta Knast am Bass bevor er 2007 die Band Rockwohl Degowski gründete. Zwischendurch stampften Fratz mit inzwischen Ehefrau Vera Vandal die Modemarke Sexypunk aus dem Boden. 2008 wird der Shop auf punk.de gelauncht, wie er jetzt ist, sodass jeder Platten, e-Tickets oder mp3s verkaufen kann.

2009 organisierten Fratz und Axel die WIZO Reunion, die seitdem mit einer umfangreichen Tour alle zwei Jahre durch die Republik und angrenzende Länder führt. Mittlerweile ist er Vater zweier Kinder und sieht sich als Berufsjugendlicher. „Für mich war es ein Befreiungsschlag ins Ruhrgebiet zu kommen. Die Menschen sind hier viel herzlicher und weniger mit dem Ellenbogen unterwegs, als in Bayern.“ Fratz ist überzeugt, dass das Ruhrgebiet riesiges Potenzial hat: „Eigentlich ist es eine Metropole, wo Berlin und Hamburg gar nicht hinstinken können.“ Für ihn ist das Ruhrgebiet ein Freizeitparadies geworden. Aktuell spielt er u.a. Bass bei der Punk-Rock-Band „Kupferwerk Gold“.

Weitere Info:
www.punk.de