Ruhrpodcast – Mit der Vespa nach Gibraltar

Im Gespräch mit Tobias Bremshey, Vertriebsleiter und Vespa-Liebhaber aus Neukirchen-Vluyn

Kennt noch einer den Udo Lindenberg Song „Er wollte nach London“? Das ging uns die ganze Zeit im Kopf rum, als wir von Tobias und seinem ehrgeizigen Ziel hörten, von Neukirchen-Vluyn aus mit der Vespa nach Gibraltar zu fahren.

Über 2.500 Kilometer

Welch wunderschöne Ideen doch ein lustiger Abend mit den Kumpels am Lagerfeuer nach einigen Flaschen Bier zu Tage fördern kann. Ein paar Jungs, im Gras einige Vespa-Roller und spät abends die Idee: „Wir machen eine Tour nach Gibraltar“. So oder so ähnlich muss es sich für Tobias Bremshey seinerzeit abgespielt haben. Alleine, dieses Lagerfeuer ist seit über 13 Jahren aus und von seinen Kumpels ist keiner mit der Vespa nach Gibraltar gefahren. Auch Tobias nicht – bis zum Juni 2021.

Tobias Bremshey berichtet von seiner Reise mit der Vespa, die ihn nach
Süd-Spanien führen sollte.

Unterwegs in Sachen Jugendtraum

Na ja, Tobias war vor 13 Jahren zwar kein Jugendlicher mehr, doch dieser mögliche Trip ließ ihm keine Ruhe. Mittlerweile allerdings verheiratet und mit zwei Kindern gesegnet, kam immer etwas dazwischen. Mal musste ein neuer Kühlschrank gekauft werden, mal war zu viel Arbeit zu tun, mal dies, mal das.

“A man’s gotta do, what a man’s gotta do.”

Dieses Zitat aus „Früchte des Zorns“ von John Steinbeck mag Tobias zwar nicht durch den Kopf gegangen sein, doch im Mai zeichnete sich ab, dass er sich einige Zeit lang seinem alten Traum widmen könnte und so staubte er seine alte Vespa ab, steckte sich ein paar Klamotten ein und fuhr los. Alleine.

Über Belgien nach Paris

Sein Fernziel lag über 2.500 Kilometer weiter südlich und die erste Station sollte ein Kaff in Belgien sein. Danach wurde Paris angepeilt, dann Orleans und immer so weiter, bis er schließlich nach rund 10 Tagen Fahrt in Gibraltar aufschlagen wollte. So der Plan.

Bordeaux, die dreckige Stadt

Über Bordeaux zu fahren hieß ein Etappenziel, doch die Vespa bockte, es kübelte aus allen Wolken und die Stadt selbst zeigte ihre übelste Seite. Als ausgerüsteter Hobby-Schrauber hätte Tobias die Kupplung wechseln, die Bremsbeläge tauschen und sogar den Vergaser reparieren können. Dann kam alles ganz anders.

Ein urlaubsreifes Gespräch über Bananen zum Frühstück, den ADAC und die Panne von Saragossa. Und natürlich die ewige Jugend im Herzen.