Ruhrpodcast 170 – Was macht das ZaKI.D in Duisburg?

Im Gespräch mit Wolfgang Gröting, Head of Innovation Center & Sales am Fraunhofer IMS in Duisburg

Was macht das ZaKI.D in Duisburg? Wie kommt Künstliche Intelligenz aus der Forschung in die Unternehmen? Und welche Rolle kann Duisburg dabei als Standort für angewandte KI spielen?
In Folge 170 des Ruhrpodcast spricht Frank Zepp Oberpichler mit Wolfgang Gröting vom Fraunhofer-Institut für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme IMS über Forschung, industrielle Anwendungen und vor allem über ZaKI.D – das Zentrum für angewandte Künstliche Intelligenz in Duisburg.

Wolfgang Gröting und Frank Zepp Oberpichler im Studio des Ruhrpodcast v.l.n.r. Foto: Durian GmbH

Vom Fraunhofer IMS zum KI-Zentrum in Duisburg

Zum Einstieg erklärt Wolfgang Gröting die Arbeit des Fraunhofer IMS und das Innovation Center in Duisburg. Das Institut beschäftigt sich unter anderem mit Halbleitern, mikroelektronischen Schaltungen und Systemen.
Dazu gehört auch die Arbeit im Reinraum. Dort müssen besonders saubere Bedingungen herrschen, damit kleinste Partikel die empfindlichen elektronischen Strukturen und Systeme nicht beeinträchtigen.
Doch längst geht es am Standort auch um die Verbindung von Mikroelektronik und Künstlicher Intelligenz.

Was ist das ZaKI.D?

Im Mittelpunkt der Folge steht das ZaKI.D – das Zentrum für angewandte Künstliche Intelligenz Duisburg. Beteiligt sind das Fraunhofer IMS, die Universität Duisburg-Essen mit zwei Lehrstühlen sowie die Krone Messtechnik GmbH.
Das Ziel: Unternehmen aus Duisburg und der Region dabei unterstützen, konkrete Einsatzmöglichkeiten von KI für ihre Prozesse und Produkte zu entwickeln und zu erproben. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen stellt sich häufig die Frage, an welchen Stellen sich der Einsatz von KI tatsächlich lohnt. Das ZaKI.D setzt genau hier an.

KI-Prototypen statt langer eigener Forschungsprojekte

Wolfgang Gröting beschreibt im Gespräch, wie das ZaKI.D mit Unternehmen arbeitet. Das Zentrum entwickelt Prototypen und prüft anhand realer Unternehmensdaten, ob ein bestimmter KI-Ansatz grundsätzlich funktioniert. Unternehmen können auf diese Weise mögliche Anwendungen untersuchen, ohne die gesamte Forschungs- und Entwicklungsarbeit selbst leisten zu müssen.
Neben technologischen Verbesserungen und neuen Produkten geht es dabei auch um wirtschaftliche Effekte für den Standort und um die direkte oder indirekte Entstehung neuer Arbeitsplätze.

Wie KI bei der Rohrveredelung helfen kann

Wie konkret diese Arbeit aussehen kann, zeigt ein Beispiel aus der industriellen Rohrveredelung.
Bei einem Verfahren wird eine Beschichtung mit einer Schweißflamme erhitzt. Dabei muss ein sehr kleines Temperaturfenster eingehalten werden. ZaKI.D entwickelte einen Prototypen, bei dem eine Kamera in Verbindung mit KI den entscheidenden Glanzzeitpunkt erkennen kann.
Das Beispiel zeigt, wie Künstliche Intelligenz unmittelbar in industrielle Produktionsprozesse eingebunden werden kann. Das beteiligte Unternehmen arbeitet inzwischen an einer Umstellung auf ein anderes Erhitzungsverfahren.

Welche Vorteile hat Duisburg als KI-Standort?

Im Gespräch geht es außerdem um die Frage, welche Rolle ZaKI.D für Duisburg und die Region spielen kann.
Duisburg verbindet industrielle Unternehmen und Mittelstand mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Damit bestehen Voraussetzungen, um KI-Anwendungen unmittelbar mit praktischen Anforderungen aus Unternehmen zusammenzubringen.
Wolfgang Gröting berichtet über zahlreiche Firmenkontakte und Anfragen und erläutert, wie die Ergebnisse der Arbeit über die eigene Website, Social Media und Verbände sichtbar gemacht werden.

Kleine KI direkt im Produkt

Ein weiteres Thema ist eingebettete KI. Dabei laufen KI-Anwendungen direkt auf Geräten oder elektronischen Systemen. Diese Entwicklung ist insbesondere für industrielle Anwendungen interessant: KI-Funktionen können unmittelbar Bestandteil eines Produktes oder einer Maschine werden. Für ein Institut mit Erfahrung in Mikroelektronik und KI eröffnet diese Verbindung ein breites Forschungs- und Anwendungsfeld.

Europa im internationalen KI-Wettbewerb

Frank Zepp Oberpichler und Wolfgang Gröting sprechen zudem über Förderprogramme, größere KI-Projekte und die Position Europas im internationalen Wettbewerb um Künstliche Intelligenz.
Dabei richtet sich der Blick auch nach vorn: Welche Rolle könnte Duisburg im Jahr 2035 im Bereich der angewandten KI spielen? Welche Anwendungen werden künftig selbstverständlich sein? Und wo müssen Grenzen für den Einsatz Künstlicher Intelligenz definiert werden?

Wie geht es mit dem ZaKI.D weiter?

Zum Abschluss geht es um die weitere Entwicklung des Zentrums bis 2028 und um die Frage, wie aus Forschungsprojekten langfristig wirtschaftlich nutzbare Anwendungen und zusätzliche Impulse für Duisburg und die Region entstehen können.

Kapitelmarken

00:18 – KI-Zentrum in Duisburg
04:05 – Förderung für neue Arbeitsplätze
06:55 – Prototypen statt fertiger Produkte
10:19 – Rohrveredelung als Praxisbeispiel
14:46 – Nutzen für Duisburg und die Region
17:14 – Viele Firmen, viele Anfragen
19:53 – Ergebnisse offen zugänglich
21:47 – Sichtbarkeit über Duisburg hinaus
23:53 – Eingebettete KI in Geräten
25:45 – Fördertopf und Großprojekte
27:41 – Europas Rolle im KI-Wettlauf
30:08 – KI und Duisburg 2035
33:13 – Was darf KI tun?
36:16 – Zukunft des ZaKI.D bis 2028

Weitere Info

https://www.zakid.de/
https://ruhrpodcast.de
https://durian-pr.de

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